Geschichte
Höhepunkte der Vereinsgeschichte
aus der Festschrift "100 Jahre Liederkranz Heumaden"
von 1991

Der „Liederkranz Heumaden“ wurde im Jahre 1891
als Männerchor gegründet. In dieser Festschrift wurden Einzelheiten
aus der Vereinsgeschichte zusammengetragen, soweit sie ermittelt werden konnten.
Viele Unterlagen sind durch die Kriegsereignisse vernichtet worden und konnten
nur zum Teil durch Aussagen von älteren Mitgliedern nachvollzogen werden.
Die wechselvollen Jahre zwischen und nach den beiden Weltkriegen forderten von
den Sängern viel Idealismus und Treue zum Männerchor. Besonders nach
dem Zweiten Weltkrieg waren die damals leitenden Männer Blessing und Kallenberger
mit voller Hingabe bestrebt, den Chor zu halten.
Eine Wende brachte im Jahr 1950 die Erweiterung zu einem gemischten Chor, den
dann 1954 Gerd Onnen, der Leiter des Folklorechors Stuttgart, übernahm.
Seiner liebe- und verständnisvollen, wie musikalisch zielstrebigen Führung,
verdankt der Verein seinen musikalischen Aufstieg.
Die 75-Jahr-Feier 1966 war der schönste Beweis.
Als nach 23 Jahren der Chor durch den plötzlichen Tod des beliebten Chorleiters
Gerd Onnen verwaist war, übernahm nach kurzer Übergangszeit sein Sohn
Manfred Onnen den Liederkranz.
Manfred Onnen, der auch den Folklorechor Stuttgart, nunmehr „Onnen-Chor“
genannt, leitet, ist nicht nur musikalisch, sondern auch in der Menschenführung
der Leiter, der den Liederkranz Heumaden immer wieder zu neuen Erfolgen führt.
Jedes Jahr wird vom Liederkranz Heumaden das bereits traditionelle, sogenannte
Frühjahrs-Konzert durchgeführt, was natürlich von den Sängerinnen
und Sängern außer den sonstigen reichlichen Verpflichtungen sehr
viel abverlangt. Doch gerade diese öffentlichen Auftritte haben dem Liederkranz
Heumaden seinen guten Namen eingebracht.
Der erste Vorsitzende, Franz Hald, mit seinem Ausschuss hat daran sicher einen
großen Anteil.
Franz Hald war von 1962-1972 Zweiter Vorstand. Abgesehen von zwei Jahren Unterbrechung
war er ab 1972 bis 1991 erster Vorstand, das sind insgesamt 27 Jahre. Sigmar
Henschke übernahm dankenswerterweise für zwei Jahre (1980-1981) den
Vorstand, als Franz Hald seine Vorstands-Tätigkeit unterbrach.
Begebenheiten, Auszüge
und Anekdoten aus der Chronik des Liederkranzes Heumaden
Leider sind die Vereinsunterlagen aus der Gründerzeit, also von 1891 bis
1933, nicht mehr vorhanden.
Wie von älteren Mitgliedern zu erfahren war, wurden die damaligen Chronik-Unterlagen
beim Umsturz 1933 im Garten von Johannes und Friedrich Glauner von irgendwelchen
Personen verbrannt, die aufgrund von Aussagen aus dieser Zeit den Liederkranz
„hassten“.
Dieser Zustand hing damit zusammen, dass sich 1927/28 der Liederkranz Heumaden
und der Turnverein Heumaden zusammenschlössen und daraus der sogenannte
„Arbeiterbildungsverein“ gebildet wurde.
Dieser Vorgang wurde mit Datum vom 30. Dezember 1927 in einem entsprechenden
Vertrag beurkundet. Dieser Vertrag ist im hinteren Teil der Festschrift wiedergegeben.
Überhaupt war die Zeit zwischen 1933 und 1945 wohl eine schwere Zeit für
alle Vereine, so auch für den Liederkranz Heumaden.
§ 3 der Gründungssatzung lautete.
„Politik darf nicht getrieben werden.“
Dies war jedoch leichter gesagt als getan, es ließ sich nicht immer verhindern.
Bei Kundgebungen und dergleichen musste sich der Liederkranz offensichtlich
sängerisch beteiligen, um diese schwierige Zeit einigermaßen zu überstehen.
Doch zurück zur Gründung des Liederkranzes Heumaden, Glücklicherweise
konnten im Jahre 1960 durch Aussage unseres Ehrenmitglieds und Mitbegründers
Julius Schädel interessante Einzelheiten aus dieser Zeit festgehalten werden.
Julius Schädel wörtlich: Die Gründung fand 1890 im Bäckerstüble
(Traube), Glaunerweg 4 (jetzt Haus Bentzinger), zwischen Weihnachten und Neujahr
statt.
Den Mut zur Gründung hatten 24 Männer im Alter zwischen 20 und 26
Jahren.
Die Satzung lautete:
§ 1 In der Gemeinde Heumaden hat sich ein Verein gebildet zur Hebung des
Gesangs.
§ 2 Mitglied kann jeder unbescholtene Bürger werden, der das 20. Lebensjahr
erreicht hat.
§ 3 Politik darf nicht getrieben werden.
Zum Vorstand wurde Gottlob Pfeiffer (Backofenbauer)
und zum Kassier und Schriftführer Fritz Steiß
gewählt.
Aus jeder Stimmlage sollte ein Vertreter für den Ausschuss
gestellt werden. Der Beitrag betrug monatlich 40 Pfennige.
Der erste Chorleiter war Hauptlehrer Werner aus Heumaden. Das Honorar für
diesen betrug 1 Mark pro Singstunde.
Die 1. Singstunde fand im Januar 1891 statt und zwar im heutigen Gasthaus „Linde“,
im Nebenzimmer, später dann auch im Saal. Bald schon Jedoch verlegte man
die Singstunde ins Gasthaus „Rose“, so dass man heute sagen kann,
dass die „Rose“ über 90 Jahre Vereinslokal ist.
Das erste Lied, das gelernt wurde, hieß: „Wenn die Quellen silbern
fließen“. Julius Schädel sagte: „Es war ein Elend, bis
es endlich mit diesem Lied geklappt hat.“
Die Meinung von Chorleiter Werner war: „Das ist genau so, wie wenn man
mit einer Stange im Nebel herumfahren würde.“
Das Honorar stiftete Chorleiter Werner teilweise wieder mit der Bemerkung:
„Ihr Kerle habt ja doch kein Geld“
Chorleiter waren außerdem:
- ein Lehrer „Gehrung“ aus Heumaden
- ein Musiklehrer „Klein“. Klein war Jedoch nicht allzu lange im
Amt, da er pro Singstunde 4 Mark verlangte.
- Bei einem Lehrer aus Ruit wurde die Singstunde sonntags von 11-12 Uhr abgehalten,
da dieser an Wochentagen keine Zeit hatte.
Die Fahnenweihe fand im Jahre 1900 statt. Zur Stiftung der
Fahne trugen viele durch Spenden bei, u. a. Herr Weiß (frühere Ziegelei
im Lederberg), Höchel und Fritz Glauner, der spätere Vorstand Fritz
Strohhäcker und Kassier Wilhelm Auch, Wie gesagt, am 13. Mai 1900 fand
die Fahnenweihe im Löwengarten des damaligen Gasthauses „Zum Löwen“
statt. Heute ist dort ein Mehrfamilienhaus mit einem Frisörladen.
Abends ist ein eiskalter Wind gegangen, so dass alles davongelaufen ist. Es
konnte kein Bier mehr verabreicht werden.
In der Nacht hat es dann so geschneit, dass die Bäume geschüttelt
werden mussten, um ein Zusammenbrechen zu verhindern. Nach der Fahnenweihe fand
ein Sängerfest in Böblingen statt. Der Verein konnte daran jedoch
nicht teilnehmen, da es immer an den „ersten“ Tenören fehlte.
Man fuhr damals mit dem Fuhrwerk (Pferde- oder Ochsengespann). Fahnenträger
war Bäcker Fauser. Gegen Abend zog ein schweres Gewitter auf. Leider wurde
dabei auch die kostbare Vereinsfahne in Mitleidenschaft gezogen.
Es hat auch Zeiten gegeben, wo nicht gesungen werden konnte, da der Besuch der
Singstunde sehr mangelhaft war. Während des 1. Weltkriegs von 1914-1918
lag dann alles still, soweit Julius Schädel.
Nachfolgende Begebenheiten und Vorgänge wurden den
noch vorhandenen Chronik-Aufzeichnungen entnommen.
Aus heutiger Sicht sind sie so interessant, dass es der Chronist für richtig
befunden hat, darüber zu berichten.
Im Jahre 1932 beispielsweise betrugen die Kasseneinnahmen des Liederkranzes
Heumaden von Oktober bis Dezember 18 Mark und 44 Pfennig.
Eine Tellersammlung bei den Mitgliedern brachte 1 Mark und 45 Pfennig.
Der damalige Mitgliedsbeitrag betrug 25 Pfennig.
Die Ausgaben im Zeitraum Oktober-Dezember 1932 beliefen sich auf 3 Mark und
24 Pfennig.
Ein Getränk in einer Singstunde wurde mit 36 Pfennig aufgeführt.
3 Glas Bier wurden mit 63 Pfennig und ein 1/2 Itr. (Schoppen) Wein wurde mit
70 Pfennig berechnet.
Am 25. Februar 1934 brachte die Versteigerung einer Wurst den Erlös von
1 Mark und 60 Pfennig.
Am 18. November 1934 wurden 4 Mark Vergnügungssteuer an das Bürgermeisteramt
bezahlt.
Von 366 Mark und 80 Pfennig Ausgaben für das Jahr 1934 belief sich allein
das Dirigenten-Honorar für den Chorleiter Eiser auf 300 Mark, er bekam
damals 25 Mark im Monat.
Der „Saldo“ war jedoch die ganzen Jahre über im „Haben“,
d. h., es wurde immer gut gewirtschaftet.
Ausschusssitzung am 18. 1. 1935:
Der Überschuss von 25 Mark vom Familienabend wird den „Rapp-Waisen"
übergeben.
Generalversammlung am 3. 2.1935:
Der seitherige Ausschuss wurde freudigerweise von der Versammlung so bearbeitet,
dass keiner dazukam, von seinem Amt zurückzutreten.
Ausschusssitzung (AS) August 1935:
Jeder Sänger soll bedacht sein, neue Sänger zu werben.
Am 23. Juni 1934 beteiligte sich der Verein an der Sonnenwende und am 3. August
1934 nahm der Liederkranz an der Trauerfeier des werten Reichspräsidenten
von Hindenburg in der Kirche teil.
Am 15. Februar 1937 beteiligte sich der Verein am Kappenabend bei Mitglied W.
Klemm.
AS am 21. 2. 1937:
Zusammenkünfte der Vereinsvorstände, um sich gegenseitig zu unterstützen
bzw. gemeinsame Veranstaltungen leichter zu ermöglichen.
Generalversammlung (GV) am 26. Februar 1937:
W. Bayha wurde zum Schriftführer bestimmt, Willi Maier wurde Notenverwalter.
Der Vorstand Georg Joos machte den Vorschlag, es sollen Stimmführer aufgestellt
werden.
AS Oktober 1937:
Die Singstunden werden immer schlechter besucht, Neue Sänger sollen angeworben
werden.
Sängerversammlung am 14. Oktober 1937:
Von den Sängern wird durch Unterschrift bestätigt, daß die Singstunden
regelmäßig besucht werden. Wenn ein Sänger 3x unentschuldigt
fehlt, soll er ausgeschaltet werden (wortwörtlich übernommen wie alle
Notizen).
AS am 16. Oktober 1937:
Indem die Singstunden immer schlechter besucht werden, soll eine Werbung von
„frischen“ Sängern unternommen werden, um den paar Getreuen
den Mut nicht ganz zu nehmen.
Jahresprogramm 1938
13. März Heldengedenktag
20. April Geburtstag des Führers
1. Mai Maifeier
Mai Gemeinsamer Ausflug
Ende August Ausflug an den Rhein
2. Oktober Erntedankfest
Oktober 1938
Auf Grund des katastrophalen Singstundenbesuchs ist ein Betrieb kaum mehr
möglich. 4 Wochen Pause, in dieser Zeit soll jeder Sänger weitere
Sänger
werben.
K r i e g s j a h r e
GV am 2. Februar 1941
Berichte über das Jahr 1939, 1940 fiel die Generalversammlung aus.
GV am 18. Januar 1942
In nächster Zeit soll an unsere Vereinskameraden im Feld ein Paket entsandt
werden.
GV am 24. Januar 1944
Der Vorstand dankte den Sängern für das gut gelungene W. H- W.-Singen
(Winterhilfswerk).
Am 20. Mai 1949 fand die 1. Versammlung nach dem Kriege statt.
In den Vorstand wurden gewählt:
Wilhelm Maier - Vorstand
Pfeiffer - 2. Vorstand
Willi VolImer - Schriftführer
Willi Maier - Kassier
Karl Luckert - Sängervorstand
Karl Ruckaberle - Notenverwalter
Stimmführer wurden:
Fritz
Bendler
Schäfer
Thom
Fr. Dreizler
Mitgliederversammlung am 7. August 1949
Der Vorstand gab einen kurzen Rückblick von der Wiedergründung des
Liederkranzes.
Zu dieser Zeit betätigen sich 43 Sänger aktiv.
Der Kassenbestand betrug bis 7. 8. 49 = 200,66 DM. Auf dem Konto der Darlehenskasse
befinden sich durch Aufwertung 24,35 DM.
Es wurde beschlossen, ab Jahresende den Beitrag auf 80 Pfg. zu senken. Honorar
für den Chormeister 30,- DM, ab 1. August wurde es auf 35,- DM erhöht.
Als Vereinsdiener wurde einstimmig Heinz Fröschle gewählt, der dafür
monatlich 3 DM erhielt.
Am 30. Oktober 1949 fand das Kirchenkonzert statt. Als Ehrengäste wurden
geladen: Dr. Haspel, Bezirksvorsteher Dr. Grünberg, Dr. Reimold, Frau Bleicher,
die Gemeindeschwester und 4 Kriegsfrauen.
Es war ein voller Erfolg.
Die Solisten waren: Frl. Störner (ehemalige Klavierlehrerin), Kammersänger
Wittrisch und Professor Bleier.
Zum Jahresabschluss 1950 veranstaltete der Liederkranz an fünf Plätzen
in Heumaden ein Silvestersingen.
Die Sängerzahl hat jetzt 50 erreicht und 18 passive Mitglieder zieren das
Ganze.
Jeder Kriegsheimkehrer wurde mit einigen Liedern bedacht.
Der Beitrag für aktive und passive Mitglieder beträgt 1,- DM.
Am 31. März fand in der "Rose" ein „Schwäbischer Abend“
statt. Der Eintrittspreis betrug 90 Pfg. Es wurde ein voller Erfolg.
Mitgliederstand 1951: Aktive 52, Passive 21.
Anlässlich der Generalversammlung 1951 wurden die neu gefaßten Statuten
einstimmig angenommen.
Sonntag, 22. Juli 1951
Fußballspiel LIEDERKRANZ HEUMADEN gegen TSV HEUMADEN anlässlich eines
Sportfestes in Heumaden.
Spieler bzw. Sangesbruder Artur Hohenberger mußte mit gebrochenem Fuß
in ein Krankenhaus gebracht werden, Der Spielausgang ist nicht mehr bekannt.
Zur traditionellen Heumadener Kirbe am 18. November 1951 erstellte der Liederkranz
bei der „Rose“ einen Schießstand. Neben Blumen, Zigaretten,
Wein und Geldpreisen konnte man Hasen und einen herrlich dekorierten Korb gewinnen.
Der Kassier konnte einen schönen Überschuss quittieren.
In diesem Jahr wurde auch beschlossen, dass ein Sänger nur die Hälfte
des Beitrages bezahlen muss, wenn er noch einem anderen ortsansässigen
Verein angehört.
Für einen neuen Notenschrank stellt Sangesbruder Blessing das Holz gratis
zur Verfügung.
Bei einem lustigen Sängerabend in der „Rose“ bringen die Sangesbrüder
Kallenberger und Helfensteller eine Funkreportage von einem Motorradrennen.
Neuer Vorstand ab 1952: Otto Blessing
Wilhelm Maier legte nach langen Jahren das schwere Amt nieder.
Der verdiente Ehrenvorsitzende wurde noch in diesem Jahr zu Grabe getragen.
Doch das Vereinsleben muss weitergehen.
1953 fand der 1. Faschingsball des Liederkranzes in der „Rose“ statt.
1953 gab es auch Schwierigkeiten zwischen dem Liederkranz und dem langjährigen
Chorleiter Eiser. Ende 1953 wurde er schließlich durch einen neuen Chorleiter,
Herrn Elisat abgelöst.
Erster Auftritt in der Öffentlichkeit am Volkstrauertag.
Die Sängerfrauen treffen sich immer öfters, um auf diese Art mehr
am Vereinsleben teilzunehmen.
1954 wurde Walter Kallenberger Erster Vorstand, Stellvertreter:
Otto Blessing. Weil kein Schriftführer gefunden wurde, übernahm Walter
Kallenberger auch dieses Amt.
Der Antrag, einen Knabenchor zu gründen, wurde gutgeheißen.
Herr Gerd Onnen wurde als neuer Chorleiter beim Liederkranz Heumaden angestellt.
Die Singstunde mußte jedoch von Freitag auf Dienstag verlegt werden.
Herr Gackle wurde am 24. Oktober im Vereinslokal Neuhausen vom Liederkranz Heumaden
für seine kameradschaftliche Aushilfe eine kleine Ehrung in Form von Geschenken
erwiesen.
Rückblick auf das Jahr 1954:
Am Jahresanfang besuchten noch 40 Sänger die Chorprobe, am Jahresende nur
noch 30.
Der 1. Vorstand, Walter Kallenberger, möchte sein Amt abgeben.
Es findet sich jedoch niemand. Wenigstens übernimmt Kurt Pfeiffer den Schriftführer
für 1955.
Nach Walter Kallenberger übernimmt der heutige Ehrenvorstand Willi Maier
von 1956 bis 1971 das Vereinsschiff (seit 1972 Ehrenvorstand). Noch im Jahre
1954 kam es zum Bruch mit Chorleiter Elisat.
Der Liederkranz Heumaden war ohne Chorleiter. Es stand zu dieser Zeit nicht
zum Besten.
Durch Vermittlung von Otto Blessing gewann man aushilfsweise Herrn Gackle von
Neuhausen, der zu jeder Singstunde von Sängern mit dem Auto geholt und
wieder heimgebracht wurde.
26. Juni 1954 großes Gartenfest im Garten von Emil Klenk (der Vater vom
heutigen Emil Klenk), damals und heute ein großer Gönner des Liederkranzes.
Die Mitglieder des Turnvereins haben den Umsatz ziemlich gesteigert.
Viele Sänger mit Frauen haben zum guten Gelingen beigetragen.
Der größte Dank gebührte dem Kassier Willi Maier für seine
Einsatzfreudigkeit.
Die größte Sorge blieb jedoch die Dirigentenfrage, da Chorleiter
Gackle auf Entlastung drängte.
Im September 1954 wurde Sangesfreund Willi Vollmer vom Schillerchor ein Herr
Onnen empfohlen, der daraufhin zur Singstunde am 17. September 1954 eingeladen
wurde, um eine Probedirektion zu geben.
Die Direktion fand allgemein im Sangeskreis Anklang und wurde einstimmig akzeptiert.
Der Liederkranz macht eine unruhige Phase durch, obwohl sich die Chorqualität
durch den neuen Chorleiter, Herrn Onnen, steigert.
Am 18. Dezember 1954 Familienunterhaltung in der „Rose“. Es wurden
Ehrungen für 40, 50 und 60jährige Sängertätigkeit vorgenommen.
Es spielte eine Kapelle unter Leitung von Sangesfreund Willi Schwenk. Der Liederkranz,
eine Kindergruppe mit ihren Blockflöten, sowie die Albverein Tanzgruppe
verschönerten den Abend.
Das Vereinsleben im Liederkranz entwickelte sich durch den
im Jahr 1958 gegründeten Gemischten Chor kulturell attraktiver.
Chorleiter Gerd Onnen hat es verstanden, durch neues Liedgut in Richtung Folklore
neuen Schwung in den Chor zu bringen.
Die seit 1953 bis heute jedes Jahr (1991 wegen Golfkrieg ausgefallen) statt
findenden Faschingsveranstaltungen finden, nicht zuletzt durch das vielfältig
angebotene Programm, großen Anklang.
Bis vor wenigen Jahren wurde vom Liederkranz ein Frühjahrs- und Herbstkonzert
durchgeführt, oft auch ein „Maitanz“.
Da dies jedoch ein riesiges Engagement für die Sängerinnen und Sänger
bedeutete, hat man sich mit der Zeit auf das inzwischen traditionelle Frühjahrskonzert
mit Tanz konzentriert, wie eingangs der Festschrift auch aufgeführt.
Diese Konzerte sind ohne Zweifel der jährliche Höhepunkt im Vereinsleben
geworden. Unübertroffen dabei die Anstrengungen unserer Sängerinnen,
die nicht mehr zeitgemäße Turn- und Festhalle in ein Schmuckkästchen
zu verwandeln.
Der Liederkranz ist heute mehr denn je rührig, ist nach wie vor an neuen
Sängerinnen und Sängern und passiven Mitgliedern interessiert, sein
„Freizeitangebot“ kann sich durchaus sehen lassen. Beispielsweise:
- Frühjahrskonzert mit Tanz
- Ständchensingen bei Geburtstagen ab 60 Jahre (70, 80, usw.), Hochzeiten,
und auch bei traurigen Anlässen (auf dem Friedhof)
- jährlich ein- oder mehrtägige Ausflüge
- zur Tradition geworden ist das jährliche Mitgliederfamilienfest, was
immer sehr gerne angenommen wird.
- Jahresabschluss: die letzte Singstunde als immer sehr schöne Weihnachtsfeier
- Dazwischen gemeinsame Besuche von Veranstaltungen, kurz gesagt, es ist halt
immer etwas los.
Doch Sorgen und Nöte waren und sind der ständige Begleiter eines Vereins,
auch in der heutigen Zeit. Wichtig ist dabei, und dies ist nicht immer leicht,
die nun einmal notwendigen Leute zum Steuern des Vereinsschiffes zum Wohle aller
zu haben.
Gründung des Frauenchors
im Liederkranz Heumaden
Man schreibt das Jahr 1956; der Liederkranz Heumaden mit seinem Männerchor
besteht seit nunmehr 65 Jahren. Viele Höhen und Tiefen hat der Verein durchlebt.
Das Vereinsleben stagnierte mal wieder etwas. Die Werbung von „neuen Sängern“
wurde für den damaligen Männerchor immer schwieriger. Heumaden selbst
hatte ja auch noch nicht so viele Einwohner wie heute.
Übrigens, Männer zum Singen kann der Liederkranz auch heute noch dringend
gebrauchen!
Doch zurück zum Jahr 1956. Der damalige Chorleiter Gerd Onnen und der Vorstand
Willi Maier möchten mehr aus dem Liederkranz machen.
Immer wieder wird über die Möglichkeit gesprochen, einen, „Gemischten
Chor“ aus der Taufe zu heben, um so den Verein wieder attraktiver werden
zu lassen.
Die Sängerfrauen, die sowieso ihren aktiven Männern bzw. dem Liederkranz
bei jeder Gelegenheit zur Seite standen, sollen den Verein wieder auf Vordermann
bringen.
Für manchen der Männerwelt im Verein ist dies bestimmt nicht recht
vorstellbar.
Am 17. Mai 1958 war es endlich soweit. Man traf sich im „Cafe Klemm“
in Heumaden, um den „Gemischten Chor“ zu gründen.
Die Gründungsmitglieder waren:
Maier, Emma
Hald, Brunhilde
Ruckaberle, Anne
Fischer, Annegret
Nothof, Thea
Maier, Willi
Pfeiffer, Käthe
Ruckaberle, Karl
Wurster, Erna
Pfeiffer, Kurt
Die erste Frauen-Singstunde nach der Gründung fand am 20.5.1958 statt.
Die positiven Auswirkungen zeigten sich bereits zwei Jahre später:
Die größte Mitgliederzahl, die der Liederkranz Heumaden seit seiner
Gründung hatte, war erreicht:
über 150 Mitglieder!!!!